05.11.2021: Land passt Kontaktpersonennachverfolgung an

Gesundheitsamt informiert über die Folgen für den Hohenlohekreis

Ab heute, 5. November 2021, vollzieht das Land Baden-Württemberg eine Abkehr von der bisherigen Praxis der Kontaktpersonennachverfolgung bei Infektionen mit dem Coronavirus. Das bedeutet, dass nicht mehr jede Person, für die ein positives Testergebnis gemeldet wurde, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamts telefonisch kontaktiert wird. Die jeweiligen Absonderungspflichten für Betroffene sowie Kontaktpersonen bestehen jedoch weiterhin.

Künftig sollen sich die Gesundheitsämter laut Sozialministerium noch stärker auf Ausbruchsgeschehen und den Schutz vulnerabler Gruppen konzentrieren können. „Es gilt insbesondere, Infektionen in Pflegeheimen, in medizinischen Einrichtungen, in Schulen und Kitas zu verhindern. Denn hier handelt es sich um Menschen, die trotz einer Impfung besonders geschützt werden müssen oder noch gar keine Impfung erhalten können“, sagt auch Annemarie Flicker-Klein, Leiterin des Gesundheitsamts des Hohenlohekreises. „Aber selbstverständlich bleiben wir Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger, die ein positives Testergebnis haben, und für Firmen, Vereine und andere Einrichtungen, bei denen sich mehrere Personen infiziert haben.“

„Wir setzen jetzt auf das Verantwortungsgefühl aller Bürgerinnen und Bürger. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung kann die vierte Welle abgeflacht werden“, betont die Ärztin Flicker-Klein. Dazu gehöre die Einhaltung der Quarantäne, die Beachtung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln, ausreichendes Lüften und das Vermeiden unnötiger Kontakte. „Wir befinden uns in einer Phase der Pandemie, in der jeder Bürger und jede Bürgerin ab 12 Jahren die Möglichkeit hat, sich und andere durch eine Impfung nachhaltig zu schützen. Bitte nehmen Sie die vorhandenen Angebote wahr und informieren Sie sich.“ Minister Manne Lucha empfiehlt allen Bürgerinnen und Bürgern eine Auffrischung der Impfung nach sechs Monaten, für Menschen, die den Impfstoff von Johnson&Johnson erhalten haben, sogar früher.

„Baden-Württemberg hat mittlerweile die Warnstufe erreicht, unsere Krankenhäuser füllen sich. Eine möglichst vollständige Immunisierung der Bevölkerung bedeutet auch eine Entlastung für die Krankenhäuser“, schließt sich Flicker-Klein dem Minister an.

Gesundheitsamt kann wieder andere Aufgaben wahrnehmen

Die vom Ministerium angeordnete Anpassung bedeutet zugleich, dass sich das Gesundheitsamt künftig wieder vollumfänglich seinen originären Aufgaben im öffentlichen Gesundheitsdienst widmen wird. „Seit eineinhalb Jahren haben wir keine Einschulungsuntersuchungen mehr vornehmen können. Dieser Beitrag zum Wohl der Kinder fehlt. Deshalb sind wir froh, die Einschulungsuntersuchungen jetzt wieder durchführen zu können“, so Amtsleiterin Flicker-Klein. Auch in den anderen wichtigen Bereichen kann das Gesundheitsamt wieder mit mehr Personal agieren, etwa bei den zahnärztlichen Untersuchungen in Schulen, bei der Suchtberatung und der Kooperation mit den Partnerinnen und Partnern im Gesundheitswesen.

Absonderungspflicht besteht weiterhin

Auch nach diesen Änderungen in der Kontaktpersonennachverfolgung haben sich die Regeln für die Absonderung nicht geändert. Wer typische Symptome wie Fieber, trockenen Husten oder Halsschmerzen hat, soll einen kostenfreien PCR-Test machen und sich in Quarantäne begeben. Falls der Test negativ ausfällt, ist keine weitere Absonderung notwendig. Bei einem positiven Ergebnis endet die häusliche Isolation in der Regel 14 Tage nach dem Test. Diese Regelungen gelten auch nach einem positiven Schnelltest. Nach einem positiven Selbsttest muss zur Bestätigung ein PCR-Test durchgeführt werden.

Wer mit einer positiv getesteten Person in einem Haushalt lebt, begibt sich mit dieser in Quarantäne. Diese endet in der Regel 10 Tage nach der Testung oder nach dem Symptombeginn der positiv getesteten Person, wenn die Haushaltsangehörigen nicht selbst Symptome entwickeln. Die Quarantäne kann vorzeitig durch einen frühestens am fünften Tag der Absonderung durchgeführten negativen PCR-Test oder durch einen frühestens am siebten Tag der Absonderung durchgeführten negativen Schnelltest beendet werden. Für geimpfte und genesene Haushaltsangehörige ohne Symptome besteht keine Absonderungspflicht. Die Genesung darf nicht länger als sechs Monate zurückliegen.

„Wer Kontakt mit einer infizierten Person hatte, wird künftig nicht mehr vom Gesundheitsamt darüber informiert und zur Absonderung verpflichtet“, stellt Annemarie Flicker-Klein klar. „Wir appellieren aber an die Bevölkerung: Bitte lassen Sie sich testen, wenn Sie am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld Kontakt zu einer infizierten Person hatten und minimieren Sie Ihre eigenen Kontakte, bis Klarheit über Ihren eigenen Infektionsstatus besteht.“

Die Regeln zur Absonderung sind außerdem auf den Seiten des Sozialministeriums unter https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/fragen-und-antworten-rund-um-corona/faq-quarantaene/ nachzulesen. Das Bürger-Info-Telefon des Gesundheitsamts zu Fragen rund um Corona ist von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und an Freitagen von 9 bis 12 Uhr unter 07940 18-888 erreichbar.